Es gibt diesen einen Moment, der jedes Jahr wiederkommt und sich doch nie ganz gleich anfühlt. Die Abende werden ein bisschen früher dunkel. Der erste dünne Cardigan liegt wieder griffbereit über der Stuhllehne, auch wenn die Tage noch warm genug für nackte Schultern sind.
Man zieht sich morgens noch mal die Sandalen an, weiß aber schon, dass bald die Stiefel dazukommen. Der Wind trägt manchmal schon diesen leicht kühlen Unterton, den man erst gar nicht benennen kann – und einen Moment später ist es wieder so warm wie mitten im Juli.
Es ist diese Unentschlossenheit zwischen den Jahreszeiten, die etwas Eigenes hat. Nicht mehr ganz Sommer, noch nicht Herbst. Ein Dazwischen, das sich niemand aussucht und das trotzdem jedes Jahr seinen Platz findet.
Vielleicht ist es genau dieser Übergang, der uns dazu bringt, mehr zu schichten – nicht nur Pullover über Kleider, sondern auch mehrere Ketten übereinander, die sich ineinander verweben. Eine kürzere, eine längere, kleine Charms, die aneinander vorbeischwingen, wenn man sich bewegt. Als würde man die Erinnerungen mehrerer Jahreszeiten gleichzeitig bei sich tragen.
Denn vielleicht muss man sich gar nicht entscheiden, welche Jahreszeit man mehr mag. Man kann sie einfach beide um den Hals tragen, bis der nächste Wechsel kommt.